Die Grundlage des Linux-Erfolgs
Linux ist so erfolgreich, weil dieses Betriebssystem auf dem Open-Source-Prinzip
basiert, d.h. jeder der Lust hat Linux weiter zu entwickeln darf dies tun. Der
Begründer des Open-Source-Begriffes Eric Steven Raymond beschrieb in seinem Aufsatz "The Cathedral and the Bazaar" die Grundlagen der erfolgreichen Entwicklung freier Software durch eine breite Internet-Gemeinde.
Er unterscheidet zwei Software-Entwicklungskonzepte. Das eine nennt er "Cathedral", das andere "Bazaar". Kathedrale steht für die klassische Software-Entwicklung in den herkömmlichen Software-Firmen (wie Microsoft), wo der Quell-Code als eigentliches Kapital angesehen wird. Deshalb wird der Quell-Code nicht veröffentlicht, so daß Dritte diesen nicht verändern, weiterentwickeln oder kopieren können. Wenn Fehler in der Software auftauchen können sie nur von den Software-Entwicklern selbst entdeckt und beseitgt werden. Außerdem haben die Firmen hierdurch die Möglichkeit für jede neue Version ihrer Software Lizenzgebühren zu verlangen.
Beim Bazaar-Konzept wird der Quell-Code dagegen veröffentlicht, so daß eine große Anzahl von Anwendern Fehler entdecken und beseitigen kann, sowie die Software selber weiterentwickeln kann. Der Entwickler der Software stellt der Öffentlichkeit ein Programm zur Verfügung. Von den Anwendern bekommt er schnell Feedback über den Einsatz des Programms, so daß Fehler schnell erkannt werden. Er bekommt Bug-Reports, Verbesserungsvorschläge des Programm-Codes und Vorschläge zu Konzeptionsänderungen. Der Entwickler muß nun die wertvollen Vorschläge erkennen und im Programm übernehmen.
Es wird zwar oft befürchtet das dieses Konzept zum Chaos führt, da sehr viele Programmierer an einem Programm schreiben. Da jedoch die Anwender durch das Internet schnell miteinander kommunizieren können, wird ein Fehler in dem Quell-Code den anderen Anwendern schnell mitgeteilt und es gibt viele die diesen Fehler beheben. Der Entwickler muß nun die vielen Aktivitäten der Programmierer koordinieren und in schneller Abfolge immer die aktuellste Version ins Netz stellen, damit andere Programmierer nicht versuchen schon längst beseitigte Fehler nochmals zu bereinigen. Das Paradebeispiel für den Erfolg dieses Konzepts ist der Linux-Kernel. Bei ihm gibt es sogar die Unterscheidung zwischen stabilen und Entwickler-Kernenl. In den stabilen Kernenl befinden sich nur Features, die ausgiebig getestet wurden und als stabil akzeptiert wurden. In den Entwickler-Kerneln befinden sich die aktuellesten Features die noch getestet werden.
URLs
Homepage des Aufsatzes "The Cathedral and the Bazaar" mit Reaktionen zum Aufsatz:
http://www.tuxedo.org/~esr/writings/cathedral-bazaar/
Homepage des Open-Source-Projektes:
http://www.opensource.org/